Podcast · Episode 01

Sichere B2B-KI-Integration statt Millionenstrafen

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Episode 01 · EU AI Act, Compliance & Hochrisiko-KI im Mittelstand
Daniel Gnann EU AI Act Download (M4A)
Worum es geht: Der EU AI Act ist keine Zukunftsmusik mehr – seit August 2026 gelten die Transparenzpflichten nach Art. 50, die Pflichten für Hochrisiko-KI nach Anhang III folgen ab dem 2. Dezember 2027. Wer KI-Systeme in sensiblen Bereichen einsetzt (HR, Kreditvergabe, Gesundheit, kritische Infrastruktur), sollte jetzt klassifizieren, dokumentieren und technische Schutzmaßnahmen aufbauen. Diese Episode zeigt den pragmatischen Weg – ohne Panik, ohne Marketing-Versprechen.

Stand der Fristen (12. Oktober 2026): Die Episode wurde im April 2026 aufgenommen, als für Hochrisiko-KI noch August 2026 als Stichtag galt. Durch den Digital Omnibus gelten die Pflichten für Hochrisiko-KI nach Anhang III nun ab dem 2. Dezember 2027, für Hochrisiko-KI in regulierten Produkten nach Anhang I ab dem 2. August 2028 (Verordnung (EU) 2026/1744). Für die maschinenlesbare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte (Art. 50 Abs. 2) gilt für Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, eine Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026. Diese Shownotes ersetzen keine Rechtsberatung.
Was Sie in dieser Episode erwartet
  1. Warum „wir machen doch nur ChatGPT“ ein gefährlicher Irrtum ist
  2. Hochrisiko nach Artikel 6 – die Einordnung für den Mittelstand
  3. Bußgeldrahmen: bis 15 Mio. € oder 3 % bei Verstößen gegen Hochrisiko-Pflichten; bis 35 Mio. € oder 7 % bei verbotenen KI-Praktiken
  4. On-Premise vs. Cloud: Warum Datenhoheit zum Compliance-Faktor wird
  5. Der 5-Schritte-Plan: vom Audit zur dokumentierten Governance

Die drei Kernaussagen dieser Folge

1. Compliance beginnt mit der Klassifizierung – nicht mit der Technik

Viele Unternehmen investieren in LLMs, Vektordatenbanken und Agent-Frameworks, bevor überhaupt geklärt ist, welche Use-Cases unter den EU AI Act fallen. Der richtige Startpunkt ist eine saubere Inventarisierung aller KI-Systeme (auch Shadow-IT) und die Einordnung in die vier Risikokategorien des AI Acts. Erst danach ergibt technische Architektur Sinn.

2. Bußgelder sind real – und die Nachweispflicht liegt beim Unternehmen

Die Sanktionsrahmen des EU AI Act liegen teils über denen der DSGVO: bis 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes bei Verstößen gegen Hochrisiko-Pflichten, bis 35 Mio. € oder 7 % bei verbotenen KI-Praktiken (für KMU gilt jeweils der niedrigere Betrag). Entscheidend ist: Anbieter und Betreiber müssen ihre Pflichten nachweisen können. Ohne Risikomanagement, technische Dokumentation und Monitoring-Prozesse fehlt dieser Nachweis.

3. On-Premise ist kein Nice-to-have, sondern ein Strategie-Hebel

Sobald personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse oder regulierte Branchendaten ins Spiel kommen, wird die Frage „wo läuft das Modell?“ zur Kernfrage. Lokales LLM-Hosting (z.B. mit Llama, Qwen oder Mistral auf eigener Hardware) ist heute reif für den produktiven Einsatz und vereinfacht viele Compliance-Fragen deutlich.

Die 5 Schritte zur EU-AI-Act-Readiness

  1. Inventarisieren: Alle KI-Systeme erfassen – inklusive SaaS-Tools mit KI-Features (CRM, HR-Tools, Support-Bots).
  2. Klassifizieren: Jeden Use-Case in die Kategorien Minimal / Begrenzt / Hoch / Untersagt einordnen.
  3. Lücken analysieren: Pro Hochrisiko-System prüfen, welche Pflichten (Risikomanagement, Daten-Governance, technische Dokumentation, Human Oversight) noch offen sind.
  4. Infrastruktur anpassen: Sensible Use-Cases auf datensouveräne Architektur migrieren (On-Premise, Private Cloud, VerdaGate als Secure AI Gateway).
  5. Dokumentation verstetigen: Governance-Prozesse etablieren, die den laufenden Betrieb und Modell-Updates abdecken – nicht nur Einmal-Dokumente.

Unsicher, wo Ihr Unternehmen steht?

Im Erstgespräch (30–60 Min.) klären wir Ihren Bedarf – persönlich, strukturiert, ohne Verkaufsdruck. Die Einordnung Ihrer Use-Cases und den Handlungsbedarf liefert der Readiness-Check als Paket ab 2.900 € (2 Wochen).

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DG
Daniel Gnann CEO · Gründer, VerdaGen.ai · KI-Strategie & EU-AI-Act-Compliance für den Mittelstand. Seit 2020 im produktiven KI-Einsatz, Fokus auf datensouveräne Architekturen.